{"id":1895,"date":"2018-05-13T22:33:52","date_gmt":"2018-05-13T20:33:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sz-kaethe.org\/?p=1895"},"modified":"2018-05-24T09:11:21","modified_gmt":"2018-05-24T07:11:21","slug":"il-tresen-3-was-ist-heute-noch-antagonistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sz-kaethe.org\/?p=1895","title":{"rendered":"IL-Tresen #3 &#8211; Was ist heute noch antagonistisch?"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert. Die Studentenbewegung der 68er, die militanten Strukturen der 70er und 80er Jahre, autonome Hausbesetzer*innenbewegung und nicht zuletzt der militante Antifaschismus der 90er Jahre, sie alle sind \u2013 um es platt auszudr\u00fccken \u2013 Geschichte. Geblieben ist der Anspruch einer radikalen Linken, unvers\u00f6hnlich und als antagonistischer Gegenspieler den bestehenden Verh\u00e4ltnissen gegen\u00fcber zu stehen. Doch (um es mit den Worten unserer Frankfurter Genoss*innen auszudr\u00fccken):<\/p>\n<p>\u201eDie geographische Mehrheit der radikalen Linken hat jahrelang in der verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig privilegierten Position gelebt, [\u2026] dass uns, trotz oder gerade wegen unseres politischen Engagements, T\u00fcren offen und Gelder f\u00fcr Gro\u00dfkampagnen zur Verf\u00fcgung standen \u2013 und in gewissem Umfang individuelle Karrierewege nicht nur trotz, sondern manchmal sogar wegen einer Phase des Aktivismus zwischen dem 20sten und 30sten Lebensjahr m\u00f6glich waren.\u201c<\/p>\n<p>Mit der Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses nach rechts, stehen diese linksradikalen Privilegien jetzt im Fokus. Wir wollen dabei zwei Ph\u00e4nomene betrachten und diskutieren. Zum einen wird die radikale Linke mit der Wahrung des Bestehenden gleichgesetzt und nicht als Gegenspieler des kapitalistischen Systems erkannt. Ihre Politik stellt keine Option f\u00fcr Menschen dar, die nicht \u00fcber die eigene Szene politisiert werden oder deren Lebensrealit\u00e4t sich \u00fcber die Jahre ver\u00e4ndert hat. Zum anderen folgt auf einen radikalen Aktivismus in j\u00fcngeren Jahren h\u00e4ufig der \u00dcbergang ins Private und\/oder in etablierte Organisationen, Gewerkschaften und Parteien. Damit scheint sich die \u00e4u\u00dfere Betrachtung zu best\u00e4tigen, dass der antagonistische Anspruch nicht authentisch ist, da er einfach aufgegeben werden kann.<\/p>\n<p>Deswegen fragen wir uns, wie sieht unter den gegeben Umst\u00e4nden antagonistische Politik aus? Wie kann eine radikale Linke authentisch f\u00fcr einen Bruch mit einem System stehen, von dem sie derzeit selbst profitiert? Inwieweit ist in linksradikalen Zusammenh\u00e4ngen das private noch politisch und f\u00e4ngt nicht genau hier eine nachhaltige, antagonistische Politik an? Wie muss kollektives Leben und Handeln gestaltet werden, um als Perspektive aus der Vereinzelung in der neoliberalen Gesellschaft begriffen zu werden?<\/p>\n<p>Diese und tausend weitere Fragen stehen im Raum, lasst uns dar\u00fcber diskutieren. Kommt zum IL-Tresen am 18. Mai 2018, um 19 Uhr ins Soziale Zentrum K\u00e4the (Wollhausstra\u00dfe 49, 74072 Heilbronn).<\/p>\n<p><em>Die Organisierte Linke Heilbronn (IL) l\u00e4dt zum IL- Tresen! Jeden dritten Freitag im Monat kommen wir im Sozialen Zentrum K\u00e4the zusammen. Gemeinsam mit euch wollen wir \u00fcber aktuelle Themen diskutieren, einen Blick in die Vergangenheit werfen, uns an der Leinwand der Utopie austoben und uns \u00fcber die Grenzen des eigenen politischen Horizonts hinweg austauschen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert. 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