{"id":956,"date":"2014-11-10T23:45:52","date_gmt":"2014-11-10T21:45:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sz-kaethe.org\/?p=956"},"modified":"2016-08-04T23:50:14","modified_gmt":"2016-08-04T21:50:14","slug":"fest-25-jahre-rote-hilfe-heilbronn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sz-kaethe.org\/?p=956","title":{"rendered":"Fest: 25 Jahre Rote Hilfe Heilbronn"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"http:\/\/www.heilbronn.rote-hilfe.de\/\">Rote Hilfe Heilbronn<\/a> l\u00e4dt am 22. November 2014 zur gro\u00dfen Jubil\u00e4ums-Feier bei uns im Zentrum ein.<\/p>\n<p>Am 20. September 1989 wurde in Heilbronn eine Ortsgruppe der bundesweiten linken Schutz- und Solidarit\u00e4tsorganisation Rote Hilfe e.V. gegr\u00fcndet. Am 15. Dezember 1989 trat die neu gegr\u00fcndete Rote Hilfe Heilbronn mit einem Gr\u00fcndungsfest im B\u00fcrgerhaus in B\u00f6ckingen erstmals \u00f6ffentlich in Erscheinung.<\/p>\n<p>Es war damals keinesfalls selbstverst\u00e4ndlich, dass sich linke AktivistInnen in der Roten Hilfe zusammenschlossen, um eine \u201evon H\u00f6hen und Tiefen der politischen Auseinandersetzungen unabh\u00e4ngige Antirepressionsarbeit\u201c zu leisten, wie es im Heilbronner Gr\u00fcndungsaufruf hie\u00df.<br \/>\n<span id=\"more-191\"><\/span><br \/>\nViele Linke misstrauten allen zentralen Strukturen und innerhalb der Roten Hilfe gab es heftige Debatten \u00fcber die Ausrichtung der Organisation.<\/p>\n<p>Heilbronn war 1989\/1990 die einzige Stadt in Baden-W\u00fcrttemberg, in der eine Ortsgruppe der Roten Hilfe existierte. Diese gibt es ohne Unterbrechung bis heute, seit 25 Jahren. Sie hat bewegungsarme und bewegungsintensive Zeiten \u00fcberstanden, mit mehr als 60.000 Euro bei der Zahlung von Gerichts- und Anwaltskosten unterst\u00fctzt und stundenlang Menschen betreut, die von Repressionen betroffen waren.<\/p>\n<p>Ob im antifaschistischen Kampf, bei Aktionen gegen Castor-Transporte oder auf Anti-Kriegs-Demonstrationen: immer konnten sich AktivistInnen darauf verlassen, nicht alleine da zu stehen, wenn sie in Gewahrsam genommen, festgenommen, vor Gericht gezerrt, mit Strafbefehlen bedroht oder vom Verfassungsschutz angequatscht wurden.<\/p>\n<p>25 Jahre Rote Hilfe Heilbronn \u2013 f\u00fcr uns ein Grund zu feiern, einen Blick auf die eigene Geschichte zu werfen und uns f\u00fcr die n\u00e4chsten 25 Jahre aufzustellen. Denn eins ist klar: solange es Widerstand gegen die bestehenden Verh\u00e4ltnisse gibt, wird der Staat dies mit Repressionen und \u00dcberwachung beantworten. Und der alte Spruch stimmt immer noch: die Waffe dagegen hei\u00dft Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Zur Geschichte der linken Solidarit\u00e4tsbewegung \u2013 Vortrag und Diskussion mit Hartmut R\u00fcbner<\/strong><\/p>\n<p>Die Geschichte der Roten Hilfe geht zur\u00fcck bis in die 1920er Jahre. 1932 hatte die \u201eRote Hilfe Deutschlands\u201c (RHD) \u00fcber eine Million Mitglieder und 3770 Ortsgruppen und war eine wichtige Massenorganisation der revolution\u00e4ren ArbeiterInnenbewegung. W\u00e4hrend des deutschen Faschismus zerfiel die Rote Hilfe Ende der 1930er Jahre.<\/p>\n<p>Erst nach der Revolte von 1968 wurden durch die verschiedenen Fraktionen der Neuen Linken wieder Rote Hilfe-Gruppen gegr\u00fcndet. Zun\u00e4chst vom antiautorit\u00e4ren Fl\u00fcgel der \u201eAu\u00dferparlamentarischen Opposition\u201c (APO), sp\u00e4ter im Einflussbereich maoistischer K-Gruppen und Parteien. Ab 1975 war die \u201eRote Hilfe Deutschlands\u201c (RHD) vor allem ein Projekt der \u201eKommunistischen Partei Deutschlands\/Marxisten-Leninisten\u201c (KPD\/ML). In den 1980er Jahren \u00f6ffnete sich die Rote Hilfe und wurde allm\u00e4hlich zu der breiten Solidarit\u00e4tsorganisation der gesamten Linken, wie wir sie heute kennen.<\/p>\n<p>Hartmut R\u00fcbner ist Politikwissenschaftler und Research Fellow an der Stiftung f\u00fcr Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bremen. Er hat sich ausf\u00fchrlich mit der Geschichte der Roten Hilfe befasst und dazu unter anderem das Buch \u201eDie Solidarit\u00e4t organisieren \u2013 Konzepte, Praxis und Resonanz linker Bewegung in Westdeutschland nach 1968\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>In seinem Vortrag wird Hartmut R\u00fcbner einen \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung der linken Solidarit\u00e4tsarbeit geben und dabei einen Schwerpunkt auf die undurchsichtig erscheinenden Aufspaltungen in den 1970er Jahren legen. Dabei ber\u00fccksichtigt er auch Fragen, die sich aktuell weiterhin stellen: Wie kann eine wirklich str\u00f6mungs\u00fcbergreifende Organisation aufrecht erhalten werden? Welche M\u00f6glichkeiten gibt es, um einen kritischen Diskurs \u00fcber politische Justiz in einem breiteren gesellschaftlichen Rahmen zu verankern? Ist eine linke Solidarit\u00e4tsorganisation nur f\u00fcr den \u201eGenossenschutz\u201c politischer AktivistInnen verantwortlich oder soll sie alle aus fragw\u00fcrdigen Gr\u00fcnden von der Justiz Verfolgten unterst\u00fctzen?<\/p>\n<p><strong>Solidarit\u00e4t ist eine Waffe<\/strong><br \/>\n<strong> Waffen kosten Geld!<\/strong><\/p>\n<p>25 Jahre Jubil\u00e4umsfeier | 22. November 2014 | 14.30 Uhr<br \/>\nSoziales Zentrum K\u00e4the (Wollhausstra\u00dfe 49, 74072 Heilbronn)<\/p>\n<p>15.00 Uhr: Vortrag von Hartmut R\u00fcbner \u201dZur Geschichte der linken Solidarit\u00e4tsbewegung\u201d<br \/>\n19.00 Uhr: Konzert mit <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/carmelia.music\" target=\"_blank\">Carmel Zoum<\/a> und <a href=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/revoltetanzbein\" target=\"_blank\">Revolte Tanzbein<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rote Hilfe Heilbronn l\u00e4dt am 22. November 2014 zur gro\u00dfen Jubil\u00e4ums-Feier bei uns im Zentrum ein. Am 20. 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